Ecken
und Kanten darf die Brille haben, doch ist diese Formgebung nicht
allein dominierend – immer gibt es auch den entgegengesetzten Trend,
wie nostalgische fast kreisrunde Scheiben zeigen. Schließlich
gehören die Zeiten von Modediktaten längst der Vergangenheit
an. Kleinere Formen bilden immer noch den Mittelpunkt in vielen Kollektionen.
Aber auch großzügig Bemessenes ist zu sehen, Modelle, wie
sie einst Audrey Hepburn zu Gesicht standen. Verbesserte Funktion sichern
neue Sonnen- und Sportbrillen.
Als bewusstes
Schmuck-Accessoire können die neuen Fassungen die Brille
zum Blickfang, sie aber ebenso fast unsichtbar machen – letzteres
speziell in den stark favorisierten randlosen Versionen. Ganze drei
Gramm kann ein Brillengestell wiegen. Als neues Material für
superleichte Brillen fand Genium Beachtung, ein Metall mit höchster
Oberflächendichte, das extrem filigran zu verarbeiten ist, dabei
flexibel und so formstabil, dass ein "Memory-Effekt" eingebaut
ist: Nach Verbiegen finden die Bügel in die Ausgangs-Position
zurück. Neue Verbindungstechniken unterstreichen die Anmutung
von Leichtigkeit – und sichern zudem schraubenfrei langlebigen Nutzen.
Bei aller minimalistischen Reduzierung wirken Metallbrillen nicht
puristisch: Dezentes, aber ausgefallenes Dekor bieten winzige Applikationen,
teils asymmetrische Blenden oder sogar eine zierliche Umrandung, die
aufgesetzt über der rahmenlosen Brille schwebt und ihr Konturen
gibt.
Farbe
ist die Stärke bei den neuen Acetat-Fassungen. Hier rückt
fröhlich Kräftiges ins Blickfeld. Sandwich-Technik bewirkt
Zwei- und Mehrfarbigkeit. Eine hellere Hintergrundtönung kann
ein dunkles Modell lichter erscheinen lassen. Kombinationen von frischem
Grün, Rot und Blau zu Havanna geben frechen Pfiff.
Gesehen
wurden auch alternative Materialien – Hochkarätiges etwa.
Goldbrillen, üppig dekoriert mit Perlen und Brillanten oder schmucklos
in eleganter Linienführung glänzend finden ihre Klientel.
China-Lack, von Hand in sieben Schichten aufgetragen, kann mit schimmerndem
Melange-Effekt zu dem Edelmetall Farbakzente setzen. Horn bleibt beliebt
bei Individualisten – entweder in ganz klassisch strengem oder avantgardistisch
modernem, eventuell schrägem Design. Horn mit Huhn erwies sich
als Attraktion: Asiatisches Büffelhorn hat ein Hersteller mit
Leder von Hühnerfüßen verziert – von frei lebendem
glücklichem Geflügel. Auch mit ausgesuchten Hölzern
ist Exklusivität zu demonstrieren: Mahagoni, Palisander und Ebenholz
im Vierkant-Schnitt geben markante Bügel. Aufsehen sichert die
Glasketten-Brille Modemutigen. Anstelle von Bügeln hängt
man eine funkelnde Strass-Kette über die Ohren. Eine ausreichend
schwere Glaskugel am Ende soll als Gegengewicht auch bei gebeugtem
Kopf die Gläser auf der Nase halten.
Kinderbrillen
von kunterbunt bis cool. Farbigkeit ist bei Kinderbrillen kein
neues Thema. Sie werden kunterbunt in robusten Qualitäten angeboten.
Comic- und Fernsehfreunde steigern die Bindung an die Sehhilfe: Janosch-
wie Tabaluga-Motive bleiben gefragt. Als wirksam erwies sich die Faszination
des Films "Herr der Ringe" für eine Modellreihe mit
Elben-Runen auf den Bügeln. Neu entdeckte Zielgruppe sind Teenager,
die sich für Kinderbrillen zu erwachsen fühlen. Ein Hersteller
hat nach Wünschen einer ausgewählten Gruppe eine spezielle
Kollektion entwickelt.
Weiter
verbesserte Funktionalität zeichnet die neuen Sportbrillen
aus. Bügel etwa sind in Stufen verstellbar und können sich
bei Stürzen komplett ablösen, was Verletzungsgefahren eindämmt.
Wechselscheiben für jede Wetterlage bieten die Hersteller an
– vom kontraststeigernden Orange bis zu Brauntönen in allen Helligkeitsstufen.
Spezialgläser reagieren auf raschen Hell-Dunkel-Wechsel etwa
bei Radtouren durch Wald und Wiese. Antifog-Beschichtung soll jedes
Beschlagen von Gläsern verhindern. Nasenstege sind an breite
oder schmale Nasenrücken anzupassen, dicht schließende
Stirn-Abschlüsse lassen keine Schneeflocke eindringen – Ventilationssysteme
stoppen dabei innen die Schweißbildung. Einsätze für
Korrektionsgläser machen die Sportbrillen universell nutzbar.
Nach
Maß gefertigt bieten Gleitsichtgläser optimalen Durchblick.
Neben dem Brechungsindex werden individuelle Werte wie der Abstand
von der Pupille und der Winkel vor dem Auge bei den Herstellern berücksichtigt.
Für die neuen kleinen Scheiben werden Gleitsichtgläser mit
minimierter Übergangszone von Fern- zu Nahsicht angeboten. Kunststoffgläser
waren generell besonders gefragt. Starke Beachtung fanden verbesserte
phototrope Gläser, die eine schnellere Tönung garantieren.
In 30 Sekunden kann der Lichteinfall um 70 Prozent reduziert werden
– bis hin zu Temperaturen um 35 Grad ist die Wirkung gesichert.
Einen
farbigen Sommer versprechen die Gläser-Kollektionen für
Sonnenbrillen. Von Verlaufsgläsern, uni oder zweifarbig etwa
in Schwarz-Blau-Kombination versprechen sich die Anbieter hohe Akzeptanz.
In Uni-Versionen bieten die Verlaufsgläser mit der dunkleren
Zone im oberen, der helleren im unteren Bereich zusätzliche Funktion
– bei speziellen Golfbrillen etwa, die mehr Lichtschutz bieten, wenn
der Sportler gegen den Himmel dem Ball nachschaut und sich ebenso
beim Blick nach unten hellsichtig auf den Abschlag vorbereiten kann.
Auch
Autofahrer dürften intensiveren Blendschutz gegen von oben einfallendes
Licht schätzen. Für Autofahrer gibt es im Übrigen spezielle
Gläser, die blaues Streulicht wegfiltern und damit für klare
Sicht auch in diesigen Zeiten sorgen.
Für
Augenglasbestimmung und Kontaktlinsenanpassung wurden neue preisgünstige
und kleine Geräte vorgestellt. Vernetzung spart Arbeitszeit
bei der Brillenglas-Fertigung. Ein neues Zentriergerät erspart
umständliches Einlegen und Ausrichten von Gläsern. Die erfassten
Daten können unmittelbar an die Schleifmaschine übertragen
werden. Anklang fand ein Schleifgerät, das gleichzeitig Löcher
für die zur Zeit beliebten Bohrbrillen bohrt – und zudem Schmuck-Fräsungen
ins Glas bringen kann. Das Firmenlogo lässt sich damit im Glas
platzieren oder ein ungewöhnlicher Rand gestalten.
LINDBERG
setzt auf funktionelle, leichtgewichtige Fassungen. Sehr modegeprägte
und ‚trendy‘ Fassungen stehen im Vordergrund. Farben gibt es
für jeden Geschmack: alles von klassische, gedämpfte
bis zu starke Farben wie pink, grün und rot. "LINDBERG
wir im Jahr 2002 ihren Kunden ein tieferes Sortiment durch neuen
Modellen zu eksistierenden Produktlinien anbieten und ein breiteres
Sortiment durch Lancierung neuer Produktlinien", verspricht
Chris Jensen. "Auch
neue Display-Lösungen werden präsentiert – Wand und
Fenster Displays, kleine Tischdisplays und Dekorationsmaterialien".

Entspannte Atmosphäre am Stand von Stratemeyer
|
|
Auf
dem Brillenglassektor gab es im Bereich der Gleitsichtgläser
Neuheiten. So stellte die Firma STRATEMEYER aus Bochum
ihre Produktfamilie „MV-Clou“ vor, ein Gleitsichtglas
mit kurzer Progressionszone. Die Familie hat mit den Materialien
Kunststoff 1.6 und Silikat 1,5 Zuwachs zu den schon bewährten
Materialien CR39 und Transitions bekommen. MV-Clou ist durch
die minimale Einschleifhöhe von 17 mm vor allem für
kleine, flache, modische Fassungen interessant. Ein weiteres
Novum präsentierte der Geschäftführer Thomas
Fischer in entspannter Atmosphäre am Stratemeyer Stand,
der ganz unter dem Thema Wellness stand, zusammen mit dem
„Wellness-Drink MV-Aktiv“ – das Multifokal
Aktiv. Dieses neue Gleitsichtglas ermöglicht unproblematisches,
dynamisches Sehen mit stimmigen Übergängen vom Fernbereich
in die Nahzone und in die Randbereiche – gemacht für
aktive Menschen, die auch in Ihren Ruhephasen alles im Blick
haben wollen. "Der gute Publikumszuspruch, die rege Nachfrage
nach Produktinformationen und Fachbesucher die an hochwertigen
Brillengläsern interessiert waren, machten die Optica
2002 zu einem vollen Erfolg für Stratemeyer Brillenglas",
so Ulrike Barth von Stratemeyer.

Imago präsentiert einen Chartbreaker aus
den USA: ogi
|
|
IMAGO
feiert auf der Optica die Premiere ihrer neuen extra small
Teeny-Kollektion IMAGO-XS. "Teens zwischen 10 und 16
wollen keine Kinderbrillen mehr mit ‚lustigen‘ bunten Farben,
Maikäferchen, Schwein- chen und Comicfiguren. Sie wollen
die coolen Brillen, die sie im Film, Fernsehen und in Ihren
Magazinen sehen", so Marco Finster von Imago. "Das
Problem ist nur, daß diese ‚Erwachsenenbrillen‘ zu groß
für ihre Köpfe sind." 20 Kids haben nun unter
einer Vielzahl von Modellen ausgewählt und getestet.
Übrig geblieben sind 9 freche Fassungen aus Metall und
Acetat in jeweils 3 angesagten Farben und die in der Größe
sorgfältig angepaßt wurden. Zudem präsentiert
IMAGO erstmals die superelastische Randlos-Serie MEMORY-SPAX
aus Memory-Plastic auf der OPTICA Köln. Das endlos biegbare
Material ist superleicht, kehrt immer wieder in die Ausgangsform
zurück und erlaubt endlose Variationen in puncto Augenform
und Farbe. Memory spax wird momentan in 12 Formen und
10 Farben angeboten. Der Chartbreaker ogi aus USA ist in Europa
noch ein Geheimtip jung, klein, witzig, frech und "nice
prize".
Bei
Brendel findet man individuelle und ausgefallene
Kollektionen. "Design und Verarbeitung stehen in
unseren Augen im Vordergrund. Unsere Verbraucher definieren
sich und ihr Aussehen jeden Tag neu und selbst. Für
alle diese Anlässe muss es auch die passende Brille
sein. Der Endverbraucher entscheidet was er sein kann,
sein will, sein möchte und wie der Partner ihn haben
möchte", so Ann-Kristin Brendel.
Zum Thema Verkaufsphilosophie sieht Frau Brendel klare
Trends: "Für den Augenoptiker ist es wichtig,
wer der Mensch mit Brille sein will und wie er wirken
will. Formen definieren sich immer noch über die
Gesichtstypologie – ebenso die Passform. In Mode sind
Interpretationen der 70er Jahre und 50er Jahre.
Ich
glaube, dass es grundsätzlich besser ist, dem Endverbraucher
‚Kollektionen‘ nahe zu bringen, in denen er sich wiederfinden
kann. Dabei ist weniger eher mehr. Wenn
der Anbietende etwas zu der Philosophie sagen kann, die
hinter einer Kollektion steckt und Eigenschaften von Materialien
vermitteln kann, ist sowohl eine Warenpräsentation
leicht als auch der eigentliche Verkauf. Der
Käufer möchte Lust beim Einkauf verspüren,
verführt werden und sich gut beraten fühlen.
Er ist es, der entscheidet bei wem und für was er
sein Geld lässt. Dies setzt die volle Aufmerksamkeit
des Verkäufers voraus und verlangt, sich zu widmen".

Nora Michelson: "Randlose Brillen für
selbstbewußte Trägerinnen"
|
|
OWP
setzt auf randlose Brillen für selbstbewußte
Brillenträgerinnen. "Eine dezente Bohrbrille
auf das Wesentliche reduziert, wirkt dieses Modell durch
seine exclusive Form- und Farbgebung dennoch ausdrucksstark.
Die harmonische Scheibenform fängt den Blick des
Betrachters ein, ein besonders schöner Augen-Blick",
so Nora Michelson von OWP. Für
die Armaturen dieser Fassung wird extrem elastischer Edelstahl
eingesetzt. "Die hochwertige Goldgalvanik wurden
in Verbindung mit erlesener Farbgebung in den Trendfarben
des Frühjahres 2002 gebracht", ist man sich
bei OWP sicher.

Knut Leendertz: "Microversiegelung
bei Brillenglaspflege"
|
|
Bei
shoptic präsentiert
Knut Leendertz einen neuen Reiniger für Polycarbonat
Brillen- gläser. "Reinigung und Pflege von Brillengläsern
aus Polycarbonat ist nicht einfach. ‚optisicht‘ ist ohne
Alkohol, Lösungsmittel und Tenside. Die Oberfläche
des Glases wird durch
die Emulsion mit einer ultradünnen Microversiegelung
besonders gepflegt und geschmeidig gehalten. Das Glas
wird durch schonende Substanzen nicht angegriffen, Neuverschmutzungen
haften nicht so schnell am Glas", informiert Leendertz.
Sehr gute Testergebnisse dokumentieren die Qualität.
Auch für alle neuen Hightech-Beschichtungen. Die
25ml-, 50ml- und 75ml-Flaschen sind kostengünstig
nachfüllbar und können individuell bedruckt
werden. Außerdm präsentiert shoptic die
neuen Brillenetuis aus stabilem matt transparenten PP-Kunststoff
mit gefrosteter Oberfläche. Sie wirken in ihrer Einfachheit
sehr anspruchsvoll, eine Absage an die Durchschnittlichkeit.
Sie werden in 3 Größen angeboten. Die Etuis
sind als Mitgabe-Etuis gedacht, der Brillenträger
wird sich zum Schutz seiner Brille zusätzlich noch
ein robustes Etui kaufen.

Martin Himmelsbach: "Schädliche
Situation beenden"
|
|
IPRO
veranstaltet im Zuge seiner Information ein Messe-Gewinnspiel.
Der IPRO-Geschäftsführer Martin Himmelbach,
findet zum Thema "2 deutsche Messen" deutliche
Worte: "Gerade auch nach der OPTICA stelle ich mir
vor, welche Größe, Attraktivität und auch
Rentabilität eine gemeinsame Messe in Deutschland
haben würde. Ich hoffe, dass dieser Gedanke auch
denen kommt, die über Messen zu entscheiden haben.
Und ich hoffe, dass deshalb alles getan wird, um die schädliche
und teure Situation zu beenden. Und mit alles meine ich
alles."
|